Leitz mit Sequoia Award ausgezeichnet

01.08.2011 | Oberkochen
Das von Leitz entwickelte RipTec-Fräsverfahren wurde im Juli in Las Vegas mit dem Sequoia New Product Award ausgezeichnet. Nach dem IWF Challengers Award im vergangenen Jahr ist dies bereits der zweite international stark beachtete Preis, den das neuartige Bearbeitungsverfahren gewinnt.

Black Jack, Poker, einarmige Banditen - wer den Namen Las Vegas hört, denkt unwillkürlich an Spielkasinos. Aber Las Vegas hat mehr zu bieten. Der AWFS Fair, die internationale Fachmesse der Association of Woodworking & Furnishing Suppliers, zieht jährlich fast 20.000 Besucher aus der Holzbearbeitungsbranche in das Mekka der Glücksspieler. Über 600 Aussteller stellten sich im Juli 2011 vor, unter anderem auch Leitz. Auf der Messe wurde Leitz der renommierte Sequoia New Product Award in der Kategorie Werkzeuge für das RipTec-Fräsverfahren verliehen. Mit dem Preis zeichnen die Veranstalter seit 1997 innovative Technologien aus, die für außergewöhnliche Kreativität in der Entwicklung umweltverträglicher Bearbeitungsverfahren in der Holzbearbeitungsbranche stehen. Bereits in 2010 wurde das RipTec-Verfahren mit dem IWF Challengers Award ausgezeichnet, dem Preis der bedeutendsten Fachmesse der Holzwirtschaft in den USA.

Das RipTec-Fräsverfahren

Quer zur Faser geschnittenes Massivholz, die Fachleute sprechen von Hirnholz, ist robuster als Längsholz. Es gibt aber auch größere Probleme bei der Bearbeitung auf: Beim Hobeln verursachen beispielsweise Drehwuchs und Jahresringe häufig Ausrisse, so dass das bearbeitete Werkstück unbrauchbar wird oder nachbearbeitet werden muss. Das von Leitz entwickelte RipTec-Verfahren verbessert Prozesssicherheit und Bearbeitungsqualität beim Hobeln von Hirnholz entscheidend. Dabei wird vor dem eigentlichen Feinhobeln ein feines Riffelprofil in die Oberfläche gefräst. "Das Werkstück sieht dann ein bisschen aus wie ein Wellblech in Miniatur, nur mit spitz zulaufenden Erhebungen," erklärt Leitz-Chefingenieur Andreas Kisselbach. Dann folgt ein zweiter Bearbeitungsschritt, bei dem das Riffelprofil glattgehobelt wird. Die typischen Beeinträchtigungen durch die natürliche Struktur von Hirnholz bleiben dabei aus. Das Resultat: Jedes mit dem RipTec-Verfahren vorbearbeitete Werkstück weist eine gleichmäßig glatte Oberfläche auf. "Ein perfektes Finish," sagt Kisselbach stolz. Und eine ressourcenfreundliche Bearbeitungslösung: Hersteller, die mit dem RipTec-Verfahren arbeiten, haben mit weniger Bearbeitungsfehlern zu kämpfen und können mehr Werkstücke verwenden. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Das RipTec-Fräsverfahren ist bei weiteren Anwendungen in der Holzbearbeitung einsetzbar. Wird auf die geriffelte Oberfläche Leim aufgetragen, entstehen kleine Leimtaschen. Wenn ein anderes Holz mit Riffelprofil damit verklebt wird, zum Beispiel zur Herstellung von Fenstereckverbindungen, sind die beiden Elemente kaum mehr zu trennen. So können Anwender mit Hilfe des RipTec-Verfahrens Pfosten/Riegel- oder Eckverbindungen mit noch höherer Maßhaltigkeit produzieren.

Innovationsmanagement als Schlüssel zum Erfolg

Mit Glück hat der Erfolg des RipTec-Fräsverfahrens in der Stadt des Glücksspiels wenig zu tun. "In einem hochtechnisierten Umfeld wie der Holzbearbeitungsbranche sind innovative Produkte und Verfahren keine zufälligen Einfälle von einzelnen Tüftlern," betont Dr. Dieter Brucklacher, Vorsitzender der Geschäftsführung von Leitz. Hinter Neuentwicklungen stehen unternehmenspolitische Entscheidungen, die erfolgreiche Forschungsarbeit erst ermöglichen. Das Zauberwort heißt Innovationsmanagement. "Der technische Fortschritt muss systematisch geplant und gesteuert werden," sagt Dr. Brucklacher. "Das reicht von der Bestimmung aussichtsreicher Forschungsfelder bis hin zu nachhaltigen Investitionen, die sich manchmal erst Jahre später bezahlt machen."

Bei Leitz ist die Forschungs- und Entwicklungsarbeit schwerpunktmäßig auf Grundlagenforschung ausgerichtet. "Wer mit qualitativen Veränderungen Maßstäbe setzen will, zum Beispiel bei Bearbeitungsqualität und Ressourcenschonung, der muss nach grundlegend neuen technologischen Lösungen suchen," erläutert Dr. Brucklacher. Einer der Innovationsschwerpunkte bei Leitz bildet traditionell die Schneidstoffforschung. Vor dreißig Jahren führte das Unternehmen polykristalline Diamantschneidstoffe in die Holzbearbeitung ein, damals ein Quantensprung. Heute entwickelt Leitz neuartige Beschichtungsverfahren, die die Schneiden noch leistungsfähiger machen.

Das Unternehmen

Gegründet 1876 in Oberkochen/Süddeutschland, ist die Leitz-Gruppe der weltweit führende Hersteller von Werkzeugen zur professionellen zerspanenden Bearbeitung von Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff und Verbundmaterialien. Das Produktspektrum umfasst das gesamte Sortiment an maschinengetriebenen Präzisionswerkzeugen. In einem vollständigen Paket an Beratungs- und Servicedienstleistungen geben die 3.500 Leitz-Mitarbeiter ihre ganze Erfahrung im Umgang mit Zerspanungswerkzeugen an die Leitz-Kunden weiter - und verwirklichen so täglich die Ideale vom kompletten Problemlöser und produzierenden Dienstleister.

Leitz liefert seine Produkte und Dienstleistungen in über 150 Länder. Mit Produktionsgesellschaften und Schnellfertigungen ist das Unternehmen auf allen fünf Kontinenten präsent, Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie ein dichtes Netz von rund 200 Servicestationen garantieren Kundennähe in über 100 Ländern der Erde.

Quelle: Pressemeldung Leitz GmbH & Co. KG

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